Fotoreise Kasachstan Roadtrip Almaty Region
Fotoreise Kasachstan von endlosen Steppen bis zu idyllischen Hochplateaus
Via Kiev fliegen wir, meine Frau Yuliya und ich, unserer Abenteuer Fotoreise Kasachstan entgegen. Ein Land das man irgendwie vom hören kennt, aber für die meisten dennoch unbekannt ist. Es ist schon dunkel als wir das Kaspische Meer überfliegen, wir befinden uns jetzt über Kasachstan. Ich kann nicht schlafen, geniesse einfach für die weiteren Stunden den Blick aus dem Fenster. Die Sterne funkeln, nur wenige Lichter sind in dieser schier endlosen Weite zu sehen. Die Vorfreude steigt immer mehr.
Almaty
Vier Uhr morgens, wir erreichen Almaty. Die ehemalige Hauptstadt Kasachstans, weit im Osten gelegen, nahe der Grenze zu Kirgisistan und China. Sascha, unser Guide erwartet uns schon. Er fährt uns ins Hotel, wir geniessen das üppige Frühstück, entspannen bisschen. Trotz Müdigkeit von der Reise, wollen wir die Stadt erkunden, und Besorgungen für die Tour stehen auch noch an. Für eine Grossstadt strahlt Almaty eine gewisse Gemütlichkeit und Charme aus. Mag sein das dies an der beeindruckenden umliegenden Bergwelt liegt, welche man von überall aus der Stadt heraus sieht. Am späten Nachmittag zieht es uns hinauf auf den Hausberg von Almaty, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen.Es geht los
Jetzt heisst es noch einmal Kraft tanken, bevor es am nächsten Tag so richtig los geht. Zehn Tage raus aus der Wohlfühlzone, steht auf dem Programm. Oft offroad zu den Fotospots, einfaches Camping und Selbstversorgung. Temperaturen von heissen 45 Grad in den Steppen, bis knapp über der Nullgradgrenze am Rande der Gebirge, wenig Schlaf, aber ein spannendes Abenteuer steht uns bevor.Kaum eingeschlafen klingelt auch schon wieder der Wecker. Ein kurzes Frühstück, und los geht es. Der Weg führt uns entlang der Seidenstrasse. Endlose Weiten und Steppen auf der einen, Schneebedeckte Berge des Tian Shan Gebirge auf der anderen Seite. Viele frei lebende Pferde neben und auf der Strasse, einzelne sehr scheue Kamele in der Steppe. Die ersten kleinen Passstrassen, welche schon erahnen lassen, was für Farben und Formation uns erwarten werden. Unser Ziel für die nächsten Tage sind die Nationalparks. Die Spots erreichen wir hier nur noch über endlose Schotterpisten, teils 100 km voneinander entfernt.
Altyn Emel
Atemberaubende Berglandschaften, welche in der Steppe auftauchen. Und immer bunter werden, mit jedem Kilometer welche man sich ihnen nähert. Erst vor Ort wird man sich den Dimensionen bewusst, und kommt aus dem Staunen über die Strukturen und Farben kaum mehr hinaus. Trotz Wind, sind die Tage einfach nur Heiss und Staubig. Es gibt viel Zeit im Camp, um die Wüstenmäuse bei Ihrem emsigen treiben zu beobachten. Wie sie von leicht schattenspendenden dürren Büschen zu dürren Büschen rennen. Einen Zweig abbeissen und mit diesem zu ihrem Nest hetzen.Altyn Emel Aktau Mountains
Sobald die Sonne tiefer steht, erkunden wir durch das ausgetrocknete Bachbeet die Landschaft. Der Schein trügt, setzt Regen ein, kann hier in Minutenschnelle ein reissender Fluss entstehen. Man könnte tagelang auf Entdeckungstour gehen, und würde immer wieder neues finden. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen einer dieser Berge zu erklimmen. Schritt für Schritt kämpfen wir uns hoch. Die Schuhe sinken stets tief in die staubige Sand und Lehm Mischung ein. Für die Strapazen und das warten auf gutes Licht, wird man dafür von der Landschaft voll entschädigt, der Ausblick ist gigantisch. In der Dunkelheit geht es wieder den steilen Hang hinunter zum Camp.Altyn Emel Singing Dunes
Sanddünen warten auf uns. Kolosse über 100 Meter hoch, in Mitte einer Steppenlandschaft. Das erklimmen ist ein wahrer Kraftakt. Windböen peitschen einem den Sand direkt ins Gesicht. Bei jedem Schritt erklingt ein dumpfes Brummen, die Düne singt. Der Aufstieg zieht sich, auf dem Kamm ist der Wind so stark, das man kaum stehen kann. Hinunter schafft man es mit rennen in unter einer Minute, stürzen in den weichen Sand garantiert. Es macht einen Wahnsinns Spass, der Sand verfolgt einen danach allerdings noch einige Tage. Beobachtet wird man dabei von grossen Eidechsen, die ihren Kopf aus dem Sand strecken, oder blitzschnell über den Sand sprinten.Es wird Zeit
Normalerweise müssen die Dünen weit vor Sonnenuntergang verlassen werden. Wir haben Glück und bekommen die Erlaubnis bis Sonnenuntergang zu bleiben. Das Licht und die Strukturen im Sand, sind einfach nur phantastisch. Vor uns rennen Gazellen durch die Steppe, und versammeln sich auf einem Hügel, um gemeinsam weiterzuziehen. Allzu gerne würden wir länger bleiben, aber wir müssen zurück zum Auto. Um rechtzeitig vor Finsternis bei einer Oase anzukommen, wo wir unser Nachtlager aufstellen dürfen.Charyn Canyon
Nach einer kurzen Nacht, steht die Weiterfahrt zu einem imposanten Canyon auf unserem Programm. In der Hitze schauen wir uns nach geeigneten Spots um, welche wir bei Sonnenuntergang festhalten möchten. Die Sonne senkt sich langsam, und natürlich macht das Wetter nicht immer was wir gerne hätten. Wir stehen auf einem Felsvorsprung, und heftiger Wind setzt von hinten ein. So stark das der Wind uns fast mitreisst. Nur die Flucht ins fest verankerte Zelt bleibt uns übrig. Regen und immer stärkerer Wind wechseln sich ab. Es ist trotz Sturm eine angenehme Nacht im Zelt. Die Geräusche sind zwar laut, aber lassen uns gut schlafen. Hin und wieder mal ein Auge auf, um die Lage für den Sonnenaufgang zu checken. Aber das stürmische Wetter hält bis um neun Uhr morgens an.Zum Gästehaus
Der Plan sagt es geht weiter, mehrere Stunden weiter östlich. Eigentlich Pausetag in einem Gästehaus. Das Wetter sollte die nächsten Tage wieder gut sein. Wir verlassen den Canyon, fahren weiter durch Steppen und über Pässe. Ganz langsam verändert sich die Landschaft, es wird immer grüner. Hügel mit Nadelbäumen tauchen auf. Irgendwie wie in der Schweiz, aber doch ganz anders mutet diese Idylle an. Neben Pferden, nun auch immer mehr Schafe und Kühe, frei lebend neben und auf den Strassen.Planänderung
In dieser Region wollen wir die nächsten Tage einige Bergseen besuchen. Wir erreichen das Gästehaus, endlich Duschen und den Staub der letzten Tage, aber vor allem den Sand der Dünen richtig loswerden. Es ist achtzehn Uhr, eigentlich entspannen, eigentlich gut Essen, eigentlich ein richtiges Bett. Ein Blick auf den Wetterbericht macht alles zunichte. Innerhalb weniger Stunden drehten die Prognosen komplett. Das Ende unserer Reise, und die Location auf welche wir uns am meisten freuen. Ein Hochplateau im Dreiländereck, Kasachstan, Kirgisistan und China droht im Regen zu versinken. Nur morgen bis Mittag soll das Wetter noch halten. Sascha sitzt draussen, als er in unsere Gesichter blickt, wusste er das jetzt etwas kommt. Eine Stunde später, sitzen wir schon wieder im Auto, und fahren mehrere hundert Kilometer durch die Nacht.Lake Tuzcol
Vier Uhr morgens das Navi sagt wir sind am Ziel. Sascha war selber noch nie hier. Es ist absolute Dunkelheit am Ende dieser Schotterpiste, man sieht überhaupt nichts. Wir trauen der Sache nicht ganz, also Cams raus und paar High ISO Belichtungen, um zu sehen ob wir richtig sind. Und ja, weit hinten erkennen wir den See. Also noch ein Stück offroad. Es ist kalt, nur knapp über der Nullgradgrenze. Das macht besonders Spass, hatte man die letzten Tage mit teils über 40 Grad zu kämpfen. Kaffe Time, was macht ein Kasache wenn er wegen der Kälte nicht so recht aus dem Auto möchte. Er stellt den grossen Gasbrenner auf dem Beifahrersitz und brüht den Kaffe in aller Seelenruhe. Diese Tasse Kaffe wird niemand von uns so schnell vergessen.Idyllisches Hochplateau
Die Dämmerung setzt langsam ein, wir laufen die letzten paar hundert Meter zum See. Immer mehr können wir erkennen in was für einer wunderschönen Landschaft wir uns befinden. Das Morgenrot bringt den Tag, und feines Licht überzieht die Landschaft.
The Peak
Lake Kaindy
Die restlichen Tage unserer Tour, besuchen wir wie geplant verschiedene Bergseen. Der Höhepunkt war ein versunkener Wald. Durch einen Erdrutsch bildete sich ein natürlicher Stausee. Der Wald wurde so überflutet, und die kahlen, bizarr anmutenden Baumstämme, ragen aus dem Wasser. Holprige Anfahrten unter anderem durch strömende Bäche, lassen den Spassfaktor steigen. Und dann doch noch, am letzen Tag, ein Reifen zischt, aufgeschlitzt von einem scharfen Stein. Eigentlich haben wir das jeden Tag erwartet. Aber natürlich stellt dies kein Problem dar. Sascha wechselt den Reifen in Windeseile.Danke, dass Du hier bist
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Ich bin Marco - Fotograf und digitaler Künstler mit einer Leidenschaft für die Landschaftsfotografie, Grafik und visuelle Geschichten.
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